Bei der Verwertung von Bioabfällen stehen die meisten Betreiber von Aufbereitungsanlagen vor denselben Problemen. Der Zerkleinerer zerfetzt Plastiktüten und sorgt für noch mehr einzelne Störstoffe, die sowieso schon eins der größten Probleme in der Verarbeitung darstellen. Wenn dann auch noch die Aggregate sehr oft eine Wartung benötigen oder Siebe einen hohen Reinigungsaufwand haben, sinkt die Effizienz der Anlage immens. Und das, während die Erwartungen steigen. Höchste Standards müssen eingehalten werden, denn am Ende der Prozesskette zählt nur eines: Das Ergebnis, das erzeugte Endprodukt an dessen Qualität sich schlussendlich die Wirtschaftlichkeit der ganzen Anlage misst.
In der hessischen Region um Büttelborn hat sich die AWS Abfall-Wirtschafts-Service GmbH als Tochterunternehmen des kommunalen Zweckverbands Riedwerke Kreis Groß-Gerau auf die hochwertige Aufbereitung und Verwertung von Bioabfall spezialisiert und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Kreislaufwirtschaft in der Region.
Um die bestmögliche Wirtschaftlichkeit am Standort in Büttelborn zu erreichen, entschied sich das Unternehmen im letzten Jahr eine neue Aufbereitungsanlage für Biovergärung und Kompostierung in Zusammenarbeit mit Anlagenbau Günther GmbH und Komptech GmbH zu planen und umzusetzen. In einer neu errichteten Halle wurde die Anlage nach den Anforderungen der AWS eingeplant. Sie beinhaltet einen leistungsstarken Zerkleinerer und eine zweistufige Sternsiebmaschine. Seit Anfang 2026 ist die Anlage nun in Betrieb und soll künftig 30.000 Tonnen biogene Abfälle pro Jahr verarbeiten.
Das Unternehmen verfolgt dabei ein klares Ziel: Bioabfälle hochwertig zu verwerten – sowohl stofflich als auch energetisch. Dabei ist es wichtig, effiziente Prozesse zu gewährleisten und wirtschaftlich tragfähige Lösungen anzubieten. „Wir nutzen die Anlage zur Störstoffentfrachtung und Vorkonditionierung des angelieferten Bioabfalls vor der Fermentation. Mit dem Komptech Zerkleinerer Crambo zerkleinern wir den Bioabfall und reißen Tüten auf, anschließend werden Fehlwürfe wie Metalle entfernt, Plastiktüten abgesaugt und der Bioabfall über ein Sternwellensieb geführt, um grobe Bestandteile sowie weitere Störstoffe zu entfernen", erklärt Robin Mignon, Betriebsleiter der Bioabfallvergärungs- und Kompostierungsanlage bei AWS.
Abb 1: Gesamte Aufbereitungsanlage
AUFBEREITUNG MIT TECHNIK VON ANLAGENBAU GÜNTHER UND KOMPTECH
Die Firma GÜNTHER ist als Hersteller mit den hohen Anforderungen an die Bioabfallaufbereitung bestens vertraut. In Hessen entwickelt und produziert das Unternehmen leistungsstarke Aggregate, die auch höchsten Qualitätsansprüchen gerecht werden. Experten stimmen die Lösungen individuell auf die Bedürfnisse des Kunden sowie die Ausgangssituationen wie vorhandene Infrastruktur und angeliefertes Material ab. Die hohen Qualitätsstandards der AWS sowie gesetzliche Vorgaben werden in der neuen Aufbereitungsanlage vollumfassend erfüllt.
PRÄZISE SEPARATION DURCH ZWEISTUFIGE SIEBTECHNIK
Den Start in der neuen Anlagenlösung macht der Vorzerkleinerer Crambo. Er überzeugt durch seine durchdachte Konstruktion. Als langsam laufender Zerkleinerer ist er eine der besten Maschinen für die schonende Aufbereitung von Bioabfall. Er reißt Tüten nur auf, statt sie zu zerfetzen. Dadurch können Folienbestandteile später umfassender separiert werden. Die stationäre Variante mit Elektromotor verringert den Wartungsaufwand deutlich.
Im Anschluss durchläuft das Material eine zweistufige Sternsiebmaschine, die das Material in drei Fraktionen präzise separiert und für eine saubere Störstoffentfrachtung dient. Die zweistufige Siebtechnik als kompakte Einheit ermöglicht eine besonders präzise Separation mit einem Siebschnitt von 0–60/90 mm und einer Durchsatzleistung von 40 t/h. Im ersten Sieb werden grobe Störstoffe abgetrennt. Material, das nicht abgetrennt wird, gelangt auf ein zweites Sternsieb, wo eine weitere Sortierungsstufe verbleibende Störstoffe entfernt. Das Unterkorn der Siebung geht direkt in die Fermentation und anschließend in die Rotte.
Ein FE-Abscheider sorgt für effektive Fremdstoffabscheidung zur Qualitätssicherung. Ein Windsichter sorgt für das Ausscheiden von Leichtstoffen wie Plastik und eine intelligent verbaute Fördertechnik für optimale Materialflüsse. Der modulare Anlagenaufbau ermöglicht spätere Erweiterungen oder den Austausch einzelner Module – eine zukunftssichere Investition für die AWS. Ein weiterer wichtiger Schritt für effiziente, nachhaltige Abfallverwertung!
BEWÄHRTE QUALITÄT UND ZUVERLÄSSIGKEIT
Robin Mignon, Betriebsleiter bei AWS Abfall-Wirtschafts-Service GmbH in Büttelborn, zeigt sich zufrieden mit der neuen Lösung: „Die Anlage mit ihrer durchdachten Steuerung ist perfekt auf unsere Anforderungen abgestimmt. Und sollte es einmal ein Problem geben, stehen Komptech und Anlagenbau Günther schnell zur Seite – diese Verlässlichkeit ist für uns entscheidend."
Abb 2: Materialzufuhr auf das MULTISTAR Sternsieb nach der Zerkleinerung mit dem Komptech Crambo
